Starke 22 verschiedene Sportarten ausprobieren und das an einem „Schultag“! Zehn externe Partner aus drei Landkreisen und die Schule haben den Kindern genau das ermöglicht. Was die Idee dahinter ist.

 

Wo an anderen Tagen das Einmaleins den Raum erfüllt, erklangen am vergangenen Mittwoch lateinamerikanische Rhythmen. Zumba tanzen vor der Tafel, Baseball auf dem Hartplatz und Minigolf auf dem Pausenhof – all das sind Bilder aus dem Kneipp Sporttag der Montessori-Schule Mitwitz. Seit zwölf Jahren ist dieses Event fester Bestandteil der letzten Schulwochen vor den Sommerferien. Gemeinsam mit vielen engagierten Lehrkräften und externen Partner aus Sportvereinen, Fitnessstudios und anderen Organisationen entsteht stets ein abwechslungsreiches Programm, das die Kinder der ersten bis achten Jahrgangsstufe zum Mitmachen einlädt. Je nach Sportart standen dabei Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit, Reaktion oder Konzentration im Vordergrund.

Kneipp ist mehr als Wasser-Treten

Ziel der Veranstaltung ist es nicht nur, Kindern die Freude an Bewegung zu vermitteln und verschiedene, neue Sportarten näherzubringen. Vielmehr gilt die Aktion als praktische Umsetzung der Lehre des Sebastian Kneipp. Die Montessori-Schule Mitwitz als Kneipp-zertifizierte Schule legt großen Wert darauf, Gesundheit und Wohlbefinden ganzheitlich zu fördern. So hat das Team den Schülern daher auch an diesem Tag die „fünf Säulen der Kneippschen Gesundheitslehre“ ganz praktisch nähergebracht. „Das sind Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung“, erklärt Diane Wagner aus dem schulinternen Kneipp-Team. „Natürlich konnten die Kinder durch unser Kneipp-Becken laufen oder ein Kniebad nehmen. Für Bewegung war ja ausreichend gesorgt, aber wir haben uns auch über verschiedene Kräuter und Ernährung ausgetauscht.“ Im Rahmen eines Entspannungsangebots haben viele Schüler auch zu Papier und Stift gegriffen um Mandalas auszumalen oder zu „legen“.

In der Schule und auf dem gesamten Außengelände herrscht ein munteres Treiben. Doch hinter dem Tag steckt monatelange Planung: Immerhin galt es, in jeweils vier Einheiten ein Angebot für rund 400 Schülern zu konzipieren. So konnte jedes Kind insgesamt vier verschiedene Sportarten gemeinsam mit den Mitschülern ausprobieren – und das jahrgangsstufenübergreifend. „Da haben Schüler der ersten Jahrgangsstufe mit Siebtklässlern Ultimate-Frisbee gespielt und es hat super funktioniert. Jeder konnte vom anderen noch etwas lernen und sie haben zusammen gelacht“, beobachtet Lehrer Fabian Hocke, ebenfalls im Kneipp-Team. Ganz natürlich wurden so auch Teamgeist, Fairness und gemeinsames Erleben der Schulgemeinschaft gestärkt.

Vereine stellen sich vor

Das fällt auch den zehn externen Partnern auf, die „ihren“ Sport an diesem Tag präsentieren.
Nicole Hempfling von den Franken Rebels aus Burkersdorf ist bereits zum zweiten Mal vor Ort und schwärmt: „Wir kommen sehr gerne hierher, weil wir den Kindern zeigen wollen, wie vielfältig Sport ist und es machen immer alle ganz toll mit. Wir hoffen, dass jedes Kind etwas findet, woran es Spaß hat und vielleicht ist das ja Baseball.“
Das treibt auch Frederick Speidel vom BBC Coburg an. Dieser möchte Basketball in der Region attraktiv und vor allem auch greifbar für Kinder machen. „Deshalb zeigen wir uns so oft wie möglich, dass die Kinder einen positiven Kontakt zum Basketball bekommen. Sie können natürlich bei uns im Verein anfangen, aber das ist kein Muss. Wir freuen uns auch, wenn sie in einem anderen, vielleicht wohnortnahen Verein anfangen. Und vielleicht schaut ja der ein oder andere dann mal bei einem Bundesligaspiel der Herren bei uns vorbei.“

Schüler gestalten mit

Doch auch die Lehrkräfte selbst hatten Anteil am Erfolg des Kneipp-Sporttages: Viele von ihnen stellten an einer eigenen Station den Schülern ihr eigenes Hobby vor. So griff beispielsweise die Schulleiterin Annett Hamberger zum Tischtennisschläger und zeigte die richtige Schlägerhaltung sowie Tricks und Kniffe. Wenige Meter weiter verhalf Martin Hilmer den Mädchen und Jungen beim Minigolf dabei, den Ball durch die verschlungenen Bahnen zu geleiten. Die Hindernisse hatte er zuvor eigens mit den Schülern angefertigt und gestaltet. Manche waren schwer zu bewältigen, manche leicht. Mal testeten Viel-Spieler die Anlage, mal waren es Kinder, die zum ersten Mal den dünnen Schläger in den Händen hielten.

So war es auf dem gesamten Gelände zu beobachten. Spaß hatten wohl die meisten, wenn man in die Gesichter der Kinder blickt. Scarlett aus der 4. Jahrgangsstufe etwa hatte sich für Schach, Basketball, Minigolf und Tischtennis entschieden. Letzteres war nahezu unbekanntes Terrain für sie. „Ich habe mich dafür entschieden, weil ich es sonst fast nie spiele. Es hat Spaß gemacht.“ Eivin hatte dagegen selten die Gelegenheit Beachvolleyball zu spielen: „Aber es war mega!“

So lautet auch das Fazit des Kneipp-Teams der Montessori Schule Mitwitz: „Es war Tag voller Bewegung, Freude und Teamgeist. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr wieder!